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Indien: Oberstes Gericht erhöht Druck auf Christen

26.11.2022

4,9 Prozent der Bevölkerung in Indien sind Christen. Symbolfoto: pixabay.com
4,9 Prozent der Bevölkerung in Indien sind Christen. Symbolfoto: pixabay.com

Neu Delhi (IDEA) – Der Oberste Gerichtshof Indiens hat in einem Urteil die Regierung aufgefordert, gegen sogenannte „erzwungene religiöse Konversionen“ vorzugehen. Das teilte das christliche Hilfswerk Open Doors (Kelkheim) mit. Durch das neueste Urteil verstärke das Gericht „den Druck auf religiöse Minderheiten wie Christen oder Muslime, die häufig mit derartigen Vorwürfen konfrontiert werden.“

Es komme deshalb regelmäßig zu gewaltsamen Übergriffen und Verhaftungen. Ursprünglicher Anlass des Urteils sei eine Petition von Ashwini Upadhyay gewesen, einem Politiker der hindu-nationalistischen BJP-Partei, der auch Premierminister Narendra Modi angehört. Darin hatte Upadhyay behauptet, betrügerische Konversionen würden wöchentlich stattfinden und seien zu einem „landesweiten Problem“ geworden. Das Gericht habe diese Einschätzung aufgegriffen. Ein einheimischer Partner von Open Doors, James Kumar (dessen richtiger Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt wird), kritisierte das Urteil.

Es fordere die Zentralregierung auf, nationale Maßnahmen zu ergreifen, obwohl religiöse Angelegenheiten in die Gesetzgebungskompetenz der einzelnen Bundesstaaten fielen. „Das kann dazu führen, dass die Zentralregierung versucht, auf alle Landesregierungen Druck auszuüben und sie zur Einführung von Anti-Bekehrungs-Gesetzen zu zwingen.“

Angebliche Zwangskonversionen als Vorwand

Die Indien-Expertin von Open Doors, Rinzen Baleng, befürchtet außerdem, dass der Vorwurf der religiösen Zwangskonversion nun zunehmend dazu verwendet werde, „Anklage gegen Personen zu erheben, die einfach ihre von der Verfassung geschützte Religions- oder Glaubensfreiheit ausüben“ Aktuell haben elf indische Bundesstaaten Anti-Bekehrungs-Gesetze erlassen.

Beobachter wiesen laut Open Doors darauf hin, dass die Anzahl von Übergriffen gegen Christen mit der Einführung derartiger Gesetze deutlich ansteige. 72,5 Prozent der 1,38 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus, 14,5 Prozent Muslime, 4,9 Prozent Christen und 1,8 Prozent Sikhs. Auf dem Weltverfolgungsindex, den Open Doors jährlich veröffentlicht, belegt Indien in diesem Jahr den 10. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

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